Exklusives Interview mit Hubert Rottner Defet, dem Gründer der Biofach

Hubert Rottner DefetAnlässlich des Tags der Umwelt am 5. Juni hatten wir die Möglichkeit, mit Hubert Rottner Defet, dem Gründer der Weltleitmesse Biofach, zu sprechen. Ein umtriebiger Mensch, der in keine Schublade passt. Ein Kenner der Biobranche. Ein Gestalter und Querdenker. Einer, der nicht das Rampenlicht sucht, sondern lieber im Hintergrund netzwerkelt und Neues auf den Weg bringt. 

Hubert Rottner Defet, 63 Jahre alt, verheiratet, 3 Kinder. Aufgewachsen in einem fränkischen Wirtshaus, das sich in den 60er Jahren von der Dorfkneipe zur Spitzengastronomie gewandelt hat. Mittlere Reife, Zivildienst, Kamerassistent und 1975 aus Land gezogen mit dem Traum der Selbstversorgung – autark sein. Seit 1985 Ökologiemessen und damit seit Anfang an schon immer bis heute regionale Wirtschaftsförderung. 1990 die Biofach veranstaltet bis 2001 Verkauf an die Nürnberg Messe. Gründung der BioInnung (Biounternehmernetzwerk) und GEH Regionalgruppe Franken. Aktuell managt er vier Märkte: FrühjahrsLust, Grüne Lust, Sommer- und Winterkiosk mit den Töchtern. 2015 kommt die fünfte Messe dazu: die Klimafach, eine Fachmesse für Klimaschutz. Mal wieder die erste ihrer Art.

Dieses Jahr feierte die Biofach Jubiläum: 25 Jahre Biofach – was waren in diesem Vierteljahrhundert die größten Meilensteine, die erreicht wurden?

Die Biofach fing 1989 ganz klein an und wurde damals – das muss man schon sagen –  ziemlich belächelt. Uns schweißte diese Reaktion aber zusammen, genauso wie die Aussteller und Besucher. Somit hatten wir eigentlich von Beginn der Messe eine Gemeinde, eine Community würde man heute sagen, die sich untereinander zum Teil auch persönlich kannte. Das war schon etwas Besonderes, ein starker Zusammenhalt. Der auch sehr hilfreich war, denn in den Anfangsjahren hatten wir keinen festen Messestandort für die Biofach, wir tourten quasi durchs Land. An den vielen Messestandorten, wurde dieser quasi familiäre Auftritt regelrecht bewundert. Noch heute gibt es bei der Messe Nürnberg, bei der die Biofach seit 1999 beheimatet ist, das geflügelte Wort „Die Biofach ist anders“.   Weiterlesen

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„Buy Local“ is beautiful – vier Regionalkonzepte aus Europa

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Der Horizont erweitert sich. Es geht nicht mehr allein darum, dass ein Produkt die eigene Lebensqualität verbessert. Es geht auch darum, die Lebensqualität von anderen zu erhöhen. Entsprechend rückt das Produktumfeld mehr in den Vordergrund. Eigennutz und Sozialverantwortung schließen sich nicht mehr aus. Marken, die hier dem Verbraucher eine Lösung anbieten, sind attraktiv. Im kleinen Stil, beim täglichen Einkauf, ohne Einschränkung, sondern mit CSR als sinnigem Add-On, das automatisch mitgekauft wird. So die neueste Trendstudie der Otto Group.  Und das trifft den Nerv vor allem der Generation Y, der ab 1981 geborenen.

Hier kann man einen Trend zu mehr Qualität, Naturbelassenheit von Produkten und Frischeorientierung feststellen. Und einen stetigen Ansteigen des Vertrauens in „bekannte Marken“. In der Arbeitswelt werden an diese Generation hohe Anforderungen gestellt, gepaart mit dem sozialen Druck, selbst die Freizeit inszenieren zu müssen. So entsteht der Wunsch nach mehr Authentizität und Echtheit, der einen Niederschlag in ihrem Konsumverhalten hat. Hier wünschen sie sich das Gegenbild ihrer öffentlichen Inszenierung, also fragen vermehrt nach qualitativ hochwertigen Produkten zu vernünftigen Preisen und in passender Konfektionierung, denn viele sind noch Singles.

Wie reagiert der Handel? Es gibt einige spannende Ansätze. Einer davon ist die Idee des Regionalkonzeptes. Hier vier Beispiele aus Europa, unterschiedlich erfolgreich, unterschiedlich positioniert. Allesamt interessant in Hinsicht auf Markenführung und Vertrieb.  Weiterlesen

Von Kindle, Amazon und der Zukunft des Buchmarktes

Die Frankfurter Buchmesse 2013 ist Geschichte, die Verlage sondieren und bewerten und vielerorts gehen die Diskussionen um die weltweiten Veränderungen auf dem Buchmarkt weiter. Russ Grandetti, Vice President von Kindle, spricht von der großen Transformation des Buchmarktes hin zum Online-Buchhandel. Eine interessante Präsentation, gespickt mit Zahlen und Marktentwicklungen, Customer Insights und Ländervergleichen. Eine Branche im Wandel, eine Marke im Aufbau:

Share-Economy – wie dieser gesellschaftliche Wandel die Markenartikler herausfordert

Elena Elisseevaq@fotolia.com

Elena Elisseevaq@fotolia.com

Harvard-Ökonom Martin Weitzmann prägte den Begriff „Share Economy“. Damals mit der Definition, dass sich der Wohlstand für alle erhöht, je mehr unter allen Marktteilnehmern geteilt wird. Nach der Jahrtausendwende bekam dieser Begriff und das dahinter stehende Konzept neuen Rückenwind mit zum Teil anderen Vorzeichen. Denn gerade durch das Web 2.0 und seine neuen Technologien erhielt das Teilen von Inhalten und Wissen eine ganz andere Relevanz. So wie das Konsumieren an sich – die Share Economy hinterfragt das alternativlose Kaufen von Produkten und regt zum Teilen, Tauschen, Leihen an. Und hier wirs spannend für Unternehmen und die Wirtschaft im allgemeinen. Mit jedem Car-Sharing-Auto werden beispielsweise acht private Wagen weniger gekauft. Weiterlesen

Luxusmarken in China – neuartiger Link zur Nachhaltigkeit

Als Ergänzung zur kürzlich veröffentlichten Studie „Neuer Luxus“ hier ein interessanter Artikel von Paul French auf Ethical Corporation, wie die Luxusmarken in China selbst hier das Thema Nachhaltigkeit spielen.

The changing shape of China’s economy is producing novel versions of corporate responsibility, says Paul French. It is a truth universally acknowledged that luxury brands are having a rather good time of it in China. Rising incomes and Weiterlesen

Hörfunk-Tipp des Tages

Die Kunst des Selbstbetrugs – so lautet das Thema des heutigen Kulturgespräches im Deutschlandfunk um 19:15 Uhr. Und natürlich wird auch Werbung und Marketing hier eine Rolle spielen. Einfach mal reinhören oder die Sendung mitschneiden.

Es diskutieren u.a.: Prof. Dr. Simone Dietz, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Autorin des Buches ‚Die Kunst des Lügens‘, Dr. med Manfred Lütz, Alexianer Krankenhaus Köln, Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Deutscher Ethikrat. Die Moderation haben Uli Blumenthal, Deutschlandfunk, und Andreas Sentker, DIE ZEIT. Das Kulturgespräch ist eine Aufzeichnung des 47. ZEIT Forum Wissenschaft in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft.