Share-Economy – wie dieser gesellschaftliche Wandel die Markenartikler herausfordert

Elena Elisseevaq@fotolia.com

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Harvard-Ökonom Martin Weitzmann prägte den Begriff „Share Economy“. Damals mit der Definition, dass sich der Wohlstand für alle erhöht, je mehr unter allen Marktteilnehmern geteilt wird. Nach der Jahrtausendwende bekam dieser Begriff und das dahinter stehende Konzept neuen Rückenwind mit zum Teil anderen Vorzeichen. Denn gerade durch das Web 2.0 und seine neuen Technologien erhielt das Teilen von Inhalten und Wissen eine ganz andere Relevanz. So wie das Konsumieren an sich – die Share Economy hinterfragt das alternativlose Kaufen von Produkten und regt zum Teilen, Tauschen, Leihen an. Und hier wirs spannend für Unternehmen und die Wirtschaft im allgemeinen. Mit jedem Car-Sharing-Auto werden beispielsweise acht private Wagen weniger gekauft.

Gebrauchsgüter werden nicht mehr nur gekauft und genutzt sondern gemeinsam gekauft oder gemeinsam benutzt oder verliehen (Sharing). Dies betrifft z. B. Formen der Mobilität (Carsharing) oder Musikportale, wo es um die zeitlich begrenzte Nutzung von Musikstücken geht, nicht um das Besitzen. Seit 2005 gibt es Trends beim Teilen von Land (Gardensharing als Form des Landsharing) und auch bei Software (wo es von umfassenden Paketen zu Teillösungen aus der Cloud geht). Die CeBIT machte „Shareconomy“ 2013 zu ihrem Leitthema und unterstreicht die Zunahme der Bedeutung von Sharing das sich über Internetplattformen organisiert.  Dieses gemeinsame Nutzen, Tauschen und Verleihen hat seit 2005 stark zugenommen. Mittlerweile gibt es im Sharing-Bereich viele neue Formen, die immer weiter wachsen. Größere Bereiche sind: Wohnungssharing, Booksharing, Tauschbörsen, Verleih- und Verschenkbörsen, Coworking oder das Sharing von Finanzen & Versicherungen.

Statements aus der Wissenschaft:

Nadine Pratt, Forschungsinstitut Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP): „Heute setzt sich der Trend der Share Economy im ganzen Land rasant fort.“

Studie „Deutschland teilt“, Leuphana Universität Lüneburg, Harald Heinrichs, Prof. für Nachhaltigkeit und Politik: „Über die Hälfte der Deutschen hat bereits Erfahrung mit alternativen Besitz- und Nutzungsformen im weiteren Sinne. Es ist mehr als ein Nischenphänomen. Bereits jeder zweite Deutsche ist Teil der Share Economy“.

Karin Frick, Leiterin der Studie „Sharity – die Zukunft des Teilens“, Gottlieb Duttweiler Insitut (Schweiz): „Langfristig teilen wir alles“. Und die Wirtschaftsunternehmen müssen sich umstellen – entweder die anklagen, die das Verleihen praktizieren, oder selber Verleih-Stationen erreichten, so Frick.

Die Share Economy ist – so ein aktueller Beitrag in der Welt – bereits im Kinderzimmer angekommen. Zehn Marken hat MeineSpielzeugkiste.de mittlerweile im Angebot, darunter Playmobil und Lego Duplo, Ravensburger und Matell oder Brio und Haba. „Warum sollen wir da nicht mitmachen?“, fragt Michael Schlücke, der Verkaufsleiter von Haba in Deutschland. „Die Portale kaufen die Ware bei uns ein. Für uns ist das also ein ganz normales Geschäft. Und ganz nebenbei bekommen wir auch noch zusätzliche Werbung für unsere Marke.“ Und auch Erfahrungsdaten. Spathelf jedenfalls wirbt gegenüber der Spielwarenindustrie mit spannenden Statistiken. „Wir verstehen uns auch als Markt- und Meinungsforschungsinstitut. Denn bei uns erfahren die Hersteller, welches Spielzeug wie gut im Markt ankommt.“ Hier kann man die Beitrag weiterlesen:

http://www.welt.de/wirtschaft/article120236769/Shareconomy-haelt-Einzug-in-deutsche-Kinderzimmer.html

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