Open Innovation – faszinierende Chance für Marken

Die Fähigkeit eines Unternehmens zur Innovation gilt seit jeher als wesentlicher Erfolgsfaktor. Und mit dem Web 2.0 bieten sich völlig neue methodische Möglichkeiten, das Wissen der Kunden zu erheben und systematisch in den Innovationsprozess zu integrieren. Manchmal werden Innovationsprozesse auch vom Kunden selbst angestoßen. Generell werden Kunden aber mehr und mehr zu aktiven Beteiligten im Innovationsprozess.

Was steckt eigentlich hinter dem Begriff Open Innovation? Open Innovation bzw. offene Innovation bezeichnet die Öffnung des Innovationsprozesses von Organisationen und damit die aktive strategische Nutzung der Außenwelt zur Vergrößerung des Innovationspotenzials. Das Open Innovation Konzept beschreibt laut Wikipedia „die zweckmäßige Nutzung von in das Unternehmen ein- und ausdringendem Wissen, unter Anwendung interner und externer Vermarktungswege, um Innovationen zu generieren.“

Auf den ersten Blick ungemein faszinierend. Wahre Consumer Insights, die hier gehoben werden können. Was sind die Motivationen, warum Unternehmen Open Innovation Prozesse anstoßen? Gassmann und Enkel (2006) nennen den steigenden Wettbewerbsdruck durch die Globalisierung, kürzere Produktlebenszyklen und den damit höheren Innovationsdruck als maßgebliche treibende Faktoren für die Notwendigkeit, den Innovationsprozess zu optimieren und als Folge zu öffnen. In vielen Branchen überfordern die für die Durchsetzung von Innovationen notwendigen Investitionen und sonstigen Vorleistungen die Ressourcen einzelner Akteure, so dass sich auch aus Gründen der Risikominimierung die Notwendigkeit zur Innovation im Verbund mit anderen Anbietern, Zulieferern oder Kunden ergibt.

Grundsätzlich kann man Open Innovation in drei Kernprozesse gliedern: Outside-In-Prozess, Inside-Out-Prozess und Coupled-Prozess.

Der Outside-In-Prozess ist die Integration externen Wissens in den Innovationsprozess. Das Know-How der Lieferanten, Kunden und externer Partner (z. B. Universitäten) soll genutzt werden, um die Qualität und Geschwindigkeit des Innovationsprozesses zu erhöhen. Bereits 1986 hat Eric von Hippel die Lead-User-Methodik beschrieben – also die Einbeziehung besonders fortschrittlicher Verbraucher in die Entwicklung neuer Produkte. Mit Hilfe dieses Instruments, welches noch heute Anwendung findet, soll das Risiko von Innovationsflops und die damit verbundenen wirtschaftlichen Gefahren eines Unternehmens eingedämmt werden. Damit hat er ein frühes Tool des Outside-In-Prozesses entwickelt. Der Outside-In-Prozess verdeutlicht, dass der Ort, an dem neues Wissen kreiert wird, nicht grundsätzlich mit dem Ort übereinstimmen muss, an dem Innovationen entstehen.

Der Inside-Out-Prozess ist die Externalisierung von internem Wissen. Unternehmen nutzen diesen Prozess zum Beispiel, um Lizenzgebühren für Patente bzw. Innovationen einzunehmen, die sie nicht für die operative Geschäftstätigkeit nutzen. Der Inside-Out Prozess verdeutlicht, dass der Ort, an dem Wissen bzw. die Innovation entsteht, nicht mit dem Ort übereinstimmen muss, an dem die Innovation genutzt und in neue Produkte umgesetzt wird.

Der Coupled-Prozess ist eine Mischform aus dem Outside-In-Prozess und dem Inside-Out-Prozess: Die Internalisierung von externem Wissen in Verbindung mit der Externalisierung von internem Wissen. Das Schaffen von Standards und der Aufbau von Märkten stehen beim Coupled-Prozess im Fokus. Die Umwelten sollen aktiv bei der Entwicklung von Innovationen integriert werden, und durch die gleichzeitige Externalisierung dieser Innovation soll sich ein Markt um die Innovation herum aufbauen (z.B. die Freigabe des Solaris-Quellcodes von Sun Microsystems).

Netnography, Crowdsourcing und webbasierte Innovationsstudien sind wesentliche Ansätze, um Anwender und Konsumenten in die Neuproduktentwicklung einzubeziehen. Netnography ist eine Methode, um die Innovationskraft von Online-Communitys zu nutzen. Crowdsourcing bezeichnet eine offene Gruppe von Internetnutzern, die über eine virtuelle Plattform an einer definierten Aufgabenstellung arbeitet und damit interaktiv Wert schöpft.

Open Innovation Best Practice unterschiedlicher Unternehmen wie BMW, Siemens, Henkel, Swarovski oder Beiersdorf in diesem Video:

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