Jens Plachetka: Markenmanagement ist Können + Herzblut + Kontinuität

GESICHTER & GESCHICHTEN – unter diesem Stichwort wollen wir die Menschen rund um die MARKENAKADEMIE vorstellen. Wer sind die treibenden Kräfte, wer die Referenten? Was sind das für Menschen? Was bewegt sie? Was können sie mit uns teilen? Von welche guten und weniger guten Erfahrungen können wir profitieren?

Wir starten mit einem Interview mit Jens Plachetka, Geschäftsführer der H.J. Heinz GmbH

Deutschland, Österreich, Schweiz und Vorstandsmitglied des MARKENVERBAND. Jens Plachetka stieg nach Abschluss seines Studiums in European Business Studies als Trainee bei Kraft ein, wo er vier Jahre lang im Bereich Marketing & Sales tätig war. Es folgte ein Wechsel zu Reckitt Benckiser. Hier bekleidete er verschiedene Positionen, zuletzt die des Vertriebsdirektors für den deutschen Markt. 2001 trat Plachetka bei der H.J. Heinz GmbH an, deren Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sich auf die Kategorien Saucen und Fertiggerichte konzentrieren, wiedergegeben durch die Marken Heinz, Weight Watchers und Sonnen Bassermann.

Wann und in welcher Situation entdeckten Sie Ihre Liebe zur Marke?

Schon als kleiner Junge; natürlich mit Autos; am Klang konnte ich die Marke und den Typ erkennen. Und dann wohl mit dem Füller; Pelikan, der war blau (meine Farbe) und fühlte sich so verdammt gut an; die Anderen standen eher auf Kulis oder Füller diverser Marken; aber mir war es damals schon wichtig mit der Marke zu zeigen, wofür ich stehe; eben für das, was schön ist und mir besonders gefällt.

Warum, glauben Sie, hält diese Faszination schon Ihr Berufsleben lang an?

Genau aus dem og. letzten Satz. Marken sind ein Bekenntnis, ein sehr klarer Standpunkt. Ich liebe es, mich zu bekennen und genau zu zeigen, wo und für was ich stehe. „Wischi, waschi“ ist mit mir eben schlecht zu machen. Einen Satz/Frage, die ich häufig verwende lautet: „Was heißt das konkret?“ (meinem Team kann ich damit ganz schön auf den Wecker gehen, und die Family findet es manchmal auch nicht gerade lustig)

Welches ist Ihr ganz persönlich schönstes Erlebnis rund um eine Marke?

Heinz in Deutschland und in der Schweiz groß gemacht zu haben. Und all dies mit der simplen Formel bestehend aus Marken & Menschen: Top Qualitäten, kreative Ideen, Liebe zum Detail, Umsetzungs-Fokus und ein (h)einzigartiges Team mit dem unbeugsamen Willen zu gewinnen

Welche besonderen Eigenschaften muss man mitbringen, um Marken erfolgreich zu managen? Hand aufs Herz, bitte keine Allgemeinplätze!

Ganz einfach: 1. Können + 2. Herzblut + 3. Kontinuität

Zu 1.: hier müssen sie das Produkt, den Markt, die Markteilnehmer aus dem ff kennen und natürlich Ideen haben zu gewinnen; genau diese Ideen/dieses Gefühl sind das Zünglein an der Waage

Zu 2.: Liebe zum Produkt, dem Markt, den Teilnehmern… und zum Detail; Liebe heißt auch immer vollste Identifikation!

Zu 3.: eiserne Disziplin; die Kraft durchzuhalten, sich & andere immer wieder zu motivieren und manches Mal auch NEIN zu sagen

Hatten oder haben Sie einen Mentor? Wenn ja – teilen Sie ihn uns mit?

Ja, viele; meist waren es meine Chefs; so zum Beispiel mein erster: Hans Conrads (man sagt: Deutschland bester Kaffee Verkäufer); später Achim Eichenlaub (ein auf Können, Analyse und Disziplin konzentrierter Manager) und später noch Peter Bennemeer (ein Stratege) und zum Schluss Roel van Neerbos (ein ganzheitlicher Mensch). Viel hat mir auch mein Karate-Lehrer vermittelt; ohne ihn und seine simplen & klaren Ansichten wäre ich nie so ein erfolgreicher Manager geworden. Die wichtigsten Mentoren waren und sind bestimmt meine Frau und meine Kinder; einen klareren Spiegel kann man sich nicht vorstellen! Und genau darum geht’s Menschen zu finden, die einem blitzsauberes Feedback geben und die, die eben einfach noch besser sind.

Würden Sie Youngstern empfehlen, Mentoren zu suchen?

Na klar; es gibt diesem berühmten Satz: „There is always somebody in the world who is doing a better job, find him and learn from him”

Welche ist die wertvollste Lebensweisheit, die Sie Youngstern mit auf ihren Berufslebensweg geben?

Have fun (im Sinne von Freude), make some money and do some good!

Welches Marken-Fachbuch liegt bei Ihnen gerade am Nachttisch?

Die Macht der inneren Bilder; Pater Anselm Grün; ist zwar kein Markenfachbuch, aber je länger man drüber nachdenkt extrem hilfreich in der Markenführung

Und welches Fachbuch und /oder wissenschaftlicher Beitrag hat Ihre Meinung in den letzten Jahren am stärksten geprägt?

„The Power of simplicity“; Jack Trout; kann ich nur wärmstens empfehlen; man lernt so viel über das “Einfach Sein“.

Und welchen klassischen Rat kann man getrost in die Tonne drücken?

Das Erfolg planbar ist!

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